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Erdbeere oder Ananas? Eine kleine Geschichte der „Fragaria“

Alle kennen die Erdbeere, doch für viele Österreicher – besonders in den traditionellen Anbaugebieten wie dem burgenländischen Wiesen – ist sie schlichtweg die „Ananas“. Was nach einer Verwechslung mit der Tropenfrucht klingt, hat in Wahrheit eine faszinierende botanische Geschichte, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht.

Vom Duft der Antike

Der botanische Name der Erdbeere, Fragaria, leitet sich vom lateinischen fragare ab, was so viel wie „duften“ bedeutet. Schon die römischen Dichter Vergil und Ovid schwärmten von der Walderdbeere und nannten sie frega. Doch die kleinen, wilden Früchte von damals hatten noch wenig Ähnlichkeit mit den prachtvollen Exemplaren, die wir heute kennen.

Die Revolution aus der Neuen Welt

Der entscheidende Wandel kam mit der Entdeckung Amerikas. Französische Siedler brachten eine scharlachrote Erdbeer-Art nach Europa, die deutlich größer war als die heimischen Sorten. Der eigentliche Durchbruch geschah jedoch um 1750 in Amsterdam: Durch eine zufällige Kreuzung einer chilenischen Sorte mit der nordamerikanischen Scharlach-Erdbeere entstand eine völlig neue Art.

Die Geburtsstunde der „Ananas-Erdbeere“

Wegen ihres für damalige Verhältnisse exotischen Aromas und ihrer Form erhielt diese Neuzüchtung den Namen Ananas-Erdbeere (Fragaria ananassa). Sie ist die Stammform fast aller unserer heutigen Gartenerdbeeren.

  • Regionale Eigenheit:
    Während sich international der Name „Erdbeere“ durchsetzte, blieb im österreichischen und süddeutschen Raum für die besonders großen Zuchtsorten der Name „Ananas“ im täglichen Sprachgebrauch fest verankert.

  • Die Unterscheidung:
    Um Verwechslungen zu vermeiden, wird die Tropenfrucht in diesen Regionen oft explizit als „Hawaii-Ananas“ bezeichnet, während die „Ananas“ vom Feld die unangefochtene Königin der heimischen Gärten bleibt.

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Fotos: pixabay

Gut zu wissen

Auch wenn die EU-Warenbezeichnung strikt auf „Erdbeere“ beharrt, wird man auf den Märkten zwischen Wien und dem Neusiedlersee weiterhin nach einer Steige „Ananas“ fragen – und die herrlichsten, süßesten Erdbeeren bekommen.


Fazit für Genießer:
Ob man sie nun Erdbeere oder Ananas nennt – am Ende zählt der unvergleichliche Geschmack. Die Geschichte der Fragaria ananassa zeigt uns, dass Sprache oft genauso vielfältig und geschichtsträchtig ist wie die Früchte selbst. Ein Biss in eine sonnengereifte „Ananas-Erdbeere“ ist und bleibt der Inbegriff des Sommers.

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